Wo finde ich die Bilanz?

Bei börsennotierten Unternehmen ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass sie mindestens halbjährlich ihre Zahlen vorlegen. Es ist sicherlich gut zu wissen, dass sich weltweit ein sehr ähnlicher Aufbau der Bilanz durchgesetzt hat und somit die Grundstruktur immer die gleiche ist. Man ist daher schon relativ schnell in der Lage auch ausländische Geschäftsberichte zu lesen.

Bevor wir uns jetzt aber wirklich der Bilanz zuwenden noch kurz ein Wort dazu, wo man diese Bilanzen her bekommt. Früher musste man diese bei den einzelnen Unternehmen per Post anfordern, was heutzutage nur noch die wenigsten machen. Über das Internet veröffentlichen die Unternehmen mittlerweile ihre Berichte direkt auf deren Homepage.

Zu finden sind diese in dem Jahresbericht bzw. Annual Report, der wiederum in der Investor Relations Section der Homepage zu finden ist. Diese Berichte bestehen, neben der Bilanz, aus sehr vielen Details, auf die ich hier jetzt nicht näher eingehen möchte, da für uns nur die Bilanz von Interesse ist. Diese befindet sich in dem Finanzabschnitt.

Der Aufbau einer Bilanz

Nun wollen wir uns aber wirklich der Bilanz an sich zuwenden. Die Bilanz dient der Darstellung eines Unternehmens bzw. seiner aktuellen Lage. Hierzu ist es daher erst einmal wichtig zu wissen, über welche Mittel ein Unternehmen verfügt und wie es diese verwendet. Welche in in Einzelheiten in den Aktiva und Passiva angegeben werden.

Beiden Teilen werde ich im Laufe dieser Artikelserie einen kompletten Beitrag widmen und hierin einmal im Detail besprechen, was sich hinter den einzelnen Punkten dieser Auflistungen verbirgt. Oft ist es üblich diese beiden Teile schon als die Bilanz eines Unternehmens zu bezeichnen. Da aber nur mit deren Hilfe eine genauere Analyse etwas umständlich ist, werden noch zwei weitere Teile mit in die Analyse einbezogen.

Der erste ist die Gewinn- und Verlustrechnung (kurz GuV), in der die Erträge und Aufwendungen zusammen gestellt werden, die dann den Gewinn bzw. Verlust ergeben. Dies sind sehr wichtigen Informationen, die sich nur umständlich aus der Bilanz ergeben und daher noch einmal extra aufgeschlüsselt werden.

Ähnlich ist es mit der Cash-Flow Rechnung. Diese gibt dem Leser nähere Auskunft über dem Unternehmen zu- und abgeflossene Geldströme und kann einem Investor Auskunft über Engpässe in der Liquiditätsversorgung geben.

Diese 4 Teile zusammen ergeben die gesamte Bilanz, die im weiteren untersucht werden soll.

Weitere Bemerkungen

Zum Abschluss noch ein paar Anmerkungen von mir. Ich habe zwar oben geschrieben, dass man in der Lage sein wird ausländische Bilanzen zu lesen, wenn man einmal verstanden hat, wie eine Bilanz aufgebaut ist. Jedoch sind die Gefahren hier in den Details versteckt. Der grobe Aufbau ist zwar der Gleiche, wie bei den deutschen Unternehmen, die einzelnen Punkte können aber anders berechnet werden und somit kann es sehr gut sein, dass eine ausländische Bilanz nicht direkt mit der eines deutschen Unternehmens zu vergleichen ist.

Eine weitere Warnung möchte ich hier vor Bankbilanzen aussprechen. Aufgrund des komplett unterschiedlichen Geschäftsmodells sind diese auch etwas anders aufgebaut. Darüber hinaus sind die einfachen Bilanzen auch noch total untauglich, um eine Bank ernsthaft zu bewerten, da hier viel zu viele Details ausgelassen werden.

Es werden nämlich die unterschiedlichsten Anlagen in einer einzigen Kennzahl zusammen gefasst, ohne dass irgendwie auf die dahinter verborgenen Papiere eingegangen wird. Durch das Lesen einer Bankbilanz kann man nur begrenzt etwas über die Risiken aussagen und daher würde ich einfach die Finger von Banken lassen. Es ist aber natürlich nicht verboten zur Übung einmal eine solche Bilanz zu lesen 🙂

Als letztes noch ein kleiner Tipp. Ich habe hier vor längerem schon einmal eine Reihe von Portalen getestet, über die man an die Bilanzen der Unternehmen heran kommt. Es ist sicherlich ganz angenehm, wenn man solch eine Seite verwendet, da man nicht bei jedem Unternehmen erst einmal den ganzen Jahresbericht suchen und herunter laden muss.

Somit wären wir auch schon wieder am Ende der Einleitung angelangt. In dem nächsten Beitrag widme ich mich dann den Aktiva.