Gibt es das perfekte Depot?

Heute möchte ich einfach mal der Frage nachgehen ob es “das perfekte Portfolio” als solches gibt. Diese Depotaufstellung würde die optimale Aufstellung für eine breite Nutzerbasis darstellen und diesen die durchschnittlich höchste Rendite liefern. Es müsste dabei aber eine Vielzahl an unterschiedlichen Bedürfnissen abdecken.

Was sollte in diesem Depot berücksichtigt werden?

Schaut man sich zuerst einmal die Gruppe der Anleger an, so sieht man wie heterogen diese doch ist und dass hier teilweise sehr unterschiedliche Voraussetzungen für den Depotaufbau vorhanden sind.

Alter und Bedürfnisse

Da wäre zum einen das unterschiedliche Alter. Die einen stehen noch ganz am Anfang ihrer Arbeitszeit und besitzen noch über eine relativ niedriges Einkommen. Eine weitere Gruppe steht mitten im Leben und verfügt im Schnitt über ein recht hohes Einkommen und eine weiter ist am Ende ihres Arbeitsleben angekommen bzw. ist schon in Rente.

All diese Gruppen unterscheiden sich nicht nur durch die Höhe der monatlich zu Verfügung stehenden Gelder, sondern auch über akzeptiertes Risiko. In jungen Jahren ist man noch viel eher bereit die starken Kursschwankungen an den Märkten voll mitzumachen. Als Rentner tritt die Rendite dann etwas in den Hintergrund und eine berechenbare regelmäßige Ausschüttung wird wichtiger. Zumindestens für einen Teil des Depots, der den aktuellen Lebensunterhalt bezahlt.

Lebensstandard

Nicht nur das Alter ist wichtig, sondern auch der persönlich gepflegte Lebensstil ist von großer Bedeutung. Kommt jemand mit relativ wenig Geld im Alltag aus, so ist die finanzielle Absicherung wesentlich leichter zu realisieren, als bei einer Person, die relativ viel Geld zum Leben benötigt. Schließlich soll dieser Lebensstandard einmal von dem angelegten Geld bezahlt werden und somit muss auch bei höheren Ausgaben wesentlich mehr gespart werden.

Familienplanung

Ein weiterer Punkt ist die Familienplanung bzw. Struktur. Auf kinderreiche Familien kommen stärkere Belastungen zu, als auf kinderlose Paare und Singles. Gerade wenn die Kinder älter werden, steigen auch die Kosten, die erst einmal verdient werden müssen und die in der Finanzplanung berücksichtigt werden sollten.

Berufliche Perspektive

Sehr wichtig ist auch die berufliche Perspektive. Ist abzusehen, dass später einmal durch einen Aufstieg mehr Geld zu Verfügung stehen wird und der Job auch langfristig sicher ist, so können hier längerfristige Pläne gemacht werden. Anders sieht es in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen aus. Ist es zu erwarten, dass man zwischendurch einmal die Arbeit verlieren wird und sich neu orientieren muss, so sollte man einen viel größeren Sicherheitspuffer aufbauen um solche Phasen sicher überstehen zu können.

Das perfekte Depot?

Die Voraussetzungen all dieser Anleger sind einfach viel zu unterschiedlich, um sie unter einen Hut zu bringen. Je nach Voraussetzungen sind die einen viel stärker in der Lage zusätzliches Geld zu sparen und die mit den höheren Renditen einher gehenden Kursschwankungen zu ertragen und die anderen eher weniger.

Somit folgt aber auch, dass es so etwas, wie das perfekte Depot für alle, einfach nicht geben kann und dass immer der Einzelfall entscheidend ist, in dem die besonderen Gegebenheiten des Einzelnen berücksichtigt werden müssen.

Aber wie sieht es denn mit den hier auf dem Blog vorgestellten Depots aus? Prinzipiell stelle ich hier immer nur grobe Modelle vor und versuche auch immer diese etwas unscharf zu lassen, damit hier nicht noch jemand auf die Idee kommt ein Depot wirklich exakt nach zubauen. Vielmehr möchte ich nur eine Idee vermitteln, die dann jeder für sich nachvollziehen und umsetzen kann, wobei diese noch auf den Einzelfall zugeschnitten werden sollte.

Da die Zukunft immer ungewiss ist, wird es auch nie ein Depot geben können, das einem in jedem Fall die höchste Rendite garantiert. Vielmehr werden alle Depots Höhen und Tiefen erleben, manche im Mittel aber besser abschneiden. Wie diese Entwicklung aber ablaufen wird, ob mit mehr oder weniger starken Schwankungen muss der einzelne für sich entscheiden.

Wann hat man das eigene optimale Portfolio gefunden?

Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten. Schließlich lässt sich auch in dem Thema der Finanzen immer weitere kleinere Optimierungen finden und man kann daher beliebig viel Zeit in die eigene Geldanlage stecken. Für die meisten Leute ist dies aber nicht zielführend, da die Finanzplanung nur eine Nebensache sein sollte und man daher nicht allzu viel Zeit investieren sollte.

Diesen Leuten reicht es, wenn sie über ein Grundgerüst an Wissen verfügen und die größten Fehler umgehen. Ist hier einmal eine solide Basisbildung vorhanden, so sind diese schon sehr gut ausgerüstet.

Darüber hinausgehend lohnt es sich dann immer weniger noch mehr Zeit zu investieren, die in der Regel besser in andere Dinge gesteckt werden sollte. Denn grob gesagt gilt auch hier das 80/20 Prinzip. ein kleiner Teil der Arbeit bringt einen Großteil der Resultate.